Liegeradfreunde Ruhr-Lippe  
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Geschichte des Liegerades

Was ist das denn für ein komisches Rad?

Mit der Frage nach unseren "komischen" Rädern werden wir immer wieder konfrontiert. Da wir im Straßenverkehr noch nicht so häufig anzutreffen sind wie "Aufrechträder" denken viele, es handelt sich um die neueste Entwicklung aus den USA oder Japan. Dabei sind Liegeräder etwa so alt wie Aufrechträder.

Hier ein kleiner Abriß der Geschichte, wie er im wesentlichen beim längsten Fahrradmuseum der Welt auf der A 40 vom ADFC gezeigt wurde:

Erste Entwicklung

Schon im Jahr 1893 wurde das erste Liegerad der Welt, das "Fauteuil-Velociped" gebaut. Die erste bekannte Abbildung wurde in der humoristischen Zeitschrift "Fliegende Blätter" veröffentlicht.





Bauchliegeräder

In den folgenden Jahren wurden weitere Liegeräder entwickelt und auch zum Patent angemeldet. Unter anderem wurde 1897 das "Darling"-Bauchliegefahrrad gebaut. Es folgten im Laufe der Jahre weitere Bauchliegeräder. Ein letzter Versuch ist auf das Jahr 1955 zu datieren. Damals testete der italienische Weltmeister Enzo Sacchi einen Bauchlieger, allerdings ohne großen Erfolg. Dies verwundert nicht, da sich der Brustkorb bei hohen körperlichen Belastungen nicht als Auflagefläche eignet. Es gibt (bis heute) noch Bauchlieger, die aber keine Marktrelevanz haben.


Bauchliegerad
Foto: Eva Kröcher
Lizenz: CreativeCommons
Lizenz BY-SA


Sesselräder

Die erste Serienproduktion eines Liegerades begann 1914. Es ist unklar, ob dieses Rad wirklich von Peugeot stammte, da es in den Katalogen aus der Zeit nicht zu sehen ist.
Raul Jaray, deutscher Zeppelinkonstukteur und der Erfinder der Stromlinie, baute in den 1920er Jahren das sogenannte J-Rad. Es wurde auch Sesselrad genannt und mit Schwingpedalen angetrieben. Das Rad wurde in Serie hergestellt - rund 2000 Exemplare wurden auch in den Niederlanden und in der Schweiz verkauft.



In den 1930er Jahren konstuierte Charles Mochet leichte Fahrzeuge mit Motoren und Pedalantrieb. Das "Velocar"war das erste Liegerad, das sportlich erfolgreich genutzt wurde. Die Radsportorganisation UCI erlaubte damals noch die Teilnahme dieser Fahrzeuge an offiziellen Wettkämpfen. Das Velocar stellte am 15.07.1933 mit 45,056 km/h einen Stundenweltrekord auf. 1934 entschied sich die UCI jedoch dafür, Liegeräder aus dem Wettkampfbetrieb auszuschließen.



Langlieger

Nicht nur Geschwindigkeit, auch Sicherheit und Gebrauchswert des Liegerades standen im Vordergrund der weiteren Entwicklung. Die Forschungen von David Gordon Wilson führten zur Entwicklung des Langliegers "Avatar 2000".
Die WDR-Sendung "Hobbythek" sorgte 1984 für eine rasche Verbreitung der Idee des Liegerades in Deutschland. Die Sendung stellte einen Langlieger vor. In einer Bauanleitung wurde die Möglichkeit des einfachen Selbstbaus eines Liegerades gegeben. Der "Hobbytip 117" wurde 70.000 mal versandt.




Kurzlieger

Bei den ersten Modellen in der Entwicklung der Liegeräder handelte es sich allesamt um Langlieger. Schon 1935 wurden die ersten Kurzlieger (z.B. The Cycloratio) entwickelt. Heute sind überwiegend Kurzlieger unterwegs.





Trikes

Bisher war im Wesentlichen von Liegern mit zwei Rädern die Rede. Es gibt aber auch Liegeräder mit drei Rädern, sog. Trikes. Sie haben den Vorteil, daß man mit ihnen äußerst sicher und langsam fahren kann, beim Halt an der Ampel können die Füße auf den Pedalen bleiben. Beim Handling (Transport in den Keller etc.) sind sie jedoch etwas unhandlich und auch etwas schwerer als Lieger mit zwei Rädern. Es gibt die Varianten zwei Räder vorn oder zwei Räder hinten.


Foto: Eva Kröcher
Lizenz: CreativeCommons
Lizenz BY-SA


Varianten

Egal ob Kurz- oder Langlieger oder Trike, von allen gibt es unzählige Variationen, sichtbar vor allem in der Sitzposition. Es gibt Liegeräder, auf denen sitzt man fast so hoch wie auf einem Aufrechtrad (Hochlieger), bei anderen ist die Sitzposition bis knapp über der Straße (Tieflieger). Insbesondere an Tiefliegern werden gerne Fahnen angebracht, um im Verkehr besser wahrgenommen zu werden.

Eine weitere interessante Variante sind die Velomobile, in der Regel Trikes, die eine Vollverkleidung aus Alu oder Glasfaser haben. Da sie sehr stromlinienförmig sind, sind hohe Geschwindigkeiten damit zu erreichen. Außerdem bieten sie einen guten Schutz bei schlechtem Wetter.


Quelle: Bluevelo

Verbände

Am 28.03.1976 wurde die IHPVA (International Human Powered Vehicle Association) gegründet. Einer der Gründungsväter war Prof. Chester Kyle. Er bot an der Technischen Fakultät der California State-University of Long Beach ein Seminar über Fahrradtechnik an. Ein Ziel der Optimierung war die Verringerung von Roll- und Luftwiderstand.
1985 gründete sich nach dem amerikanischen Vorbild der HPV Deutschland (www.hpv.org).

Rekorde

Mit Liegerädern wurden erstaunliche Ausdauer- und Geschwindigkeitsrekorde gefahren:
>in 24 Stunden 1.219 km
>max. Geschwindigkeit gemessen über 200 m von fast 140 km/h
>über eine Stunde mehr als 90 km/h

Wer mehr über die Liegeräder wissen will, der findet im Internet sicher eine Menge interessante Seiten (z.B.: http://de.wikipedia.org/wiki/Liegerad). Aber am besten kann man sich informieren, wenn man an unseren Touren teilnimmt. Hier sitzt man nicht vor dem Rechner sondern ist an der frischen Luft und bewegt sich.

Fernsehbericht vergleicht Liegerad mit Normalrad:


 
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